Kurz vor unserem zwei Wöchigen Trip durch ganz Neuseeland haben wir uns ein Wochenende lang ein Auto gemietet.
So konnte sich Maria in aller Ruhe an den Linksverkehr und alle damit verbundenen Kuriositäten gewöhnen.

Das Auto haben wir bei „Rend-A-Dent“ gemietet. Fand ich zunächst etwas befremdlich, musste ich doch an zu mietende Zahnärzte denken.
Lief aber alles recht schnell und problemlos.
Dann ging es auch schon los, schließlich standen wir jetzt auf der Straße – mitten im Linksverkehr – und es gab kein Zurück mehr.
Die ersten zehn Minuten waren noch ziemlich befremdlich. Weil der Verkehr in der Innenstadt von Auckland ziemlich konfus ist, aber auch weil trotz Linksverkehr Rechts-vor-Links gilt und man gerade bei Kreuzungen damit zu tun hat, auf der richtigen Spur zu bleiben.
Insgesamt war es aber einfacher, als wir uns das Ganze vorgestellt hatten.

1. Tag

Am ersten Tag – ein Freitag, trafen wir uns morgens mit Hannah und Kristin (beide waren mit Maria im Fotokurs) auf einem Parkplatz bei uns um die Ecke.
Vorher haben wir uns noch super leckere Bagels von Best Ugly Bagels.

Cool, nach unserem Fallschirmsprung, also nun das erste Mal wieder raus aus Auckland. Ab nach Coromandel.

Coromandel ist eine Halbinsel in der Nähe von Auckland.
Wir wollten insbesondere zur Cathedral Cove (Te Whanganui-A-Hei) und zum Hot Water Beach.
Das war schon irgendwie verrückt, kaum waren wir aus Auckland raus, waren wir zunächst von kleinen, mit Gras bewachsenen Hügeln, voller Schafe und Rinder, umgeben und plötzlich fahren wir auf ein Gebirge zu.
Das kam wie aus dem Nichts.

Die Fahrt und Coromandel selbst siehst du dir vermutlich einfach direkt am Besten im Video an:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZZ2ANY519ck

Nach ca. 180 Kilometern bzw. 2 1/2 Stunden über Neuseelands Straßen kamen wir in Hahei an.
Dort ist der letzte große Parkplatz – der Rest des Weges muss zu Fuß gemeistert werden.
Laut Google sind es nur ca. 20 Minuten Fußweg. Knapp eine Stunde ist aber realistischer. Man wird aber mit der Landschaft und einem Wahnsinnsausblick belohnt.
Auf dem Weg fielen uns ein paar Baustellen am Weg auf – jedoch realisierten wir erst später, dass wir wirklich Glück hatten, später wurde der Weg nämlich gesperrt.
Denn auch die Halbinsel wurde von den kurz vorher herrschenden Unwettern getroffen und so führten Erdrutsche und Überschwemmungen zu einigen Problemen.

Nach einer Stunde kamen wir endlich an der Cathedral Cove an. Mega blaues Wasser, viel wunderschöner Sandstrand und diese riesige Felsenhöhle, die Catherdral Cove selbst. Vielleicht kennst du Höhle ja aus Filmen wie bspw. Narnia oder diesem Musikvideo.
Ebenso liegt der Sphinx-Rock in der Bucht, ein großer freistehender Kreidefelsen.
Es ist wirklich ein sonderbares Gefühl dort zu sein, einerseits fühlt man sich irgendwie frei, aber auch irgendwie wie auf einem anderen Planeten.

Nach dem wir mit dem Staunen, Fotografieren und Filmen fertig waren, gingen wir zunächst schwimmen um uns danach unter einem Wasserfall abzuduschen.
Mega geil!

Wie bereits erwähnt, wollten wir eigentlich noch zum Hot Water Beach, wir fühlten uns jedoch so ausgelaugt, dass wir wieder nach Hause gefahren sind. Lag ja noch ein bisschen Weg vor uns.

2. Tag

Am zweiten Tag waren wir zu fünft, ein Bekannter von Hannah war noch dabei.
Einen richtigen Plan für den Tag hatten wir noch nicht, eher spontan gucken was uns gefällt.

Zuerst fuhren wir zu den Mokoroa Falls.
Auch hier mussten wir zunächst ein ganzes Stückchen vom Parkplatz aus laufen. Dabei fielen uns die Hygiene-Maßnahmen am Eingang zum Wanderpfad auf. Wir hatten diese bisher nur im Zoo von Auckland gesehen.

Grund dafür sind die neuseeländischen Kauri Bäume, diese spielen in der Māori-Mythologie eine wichtige Bedeutung und sind die größten Bäume Neuseelands.
Leider gibt es jedoch eine Art Baumfäule, diese befällt diese riesigen Bäume und lässt sie verrotten.
Befallene Bäume lassen sich nicht retten, daher lässt sich nur die Verbreitung stoppen.

ALSO: Immer fein die Schuhe desinfizieren und putzen.

Auf dem Weg begegneten wir lustigen Vogelgesängen und einer Stabheuschrecke. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass es in Neuseeland Stabheuschrecken gibt. Das war cool, kannten wir diese bisher doch nur aus Terrarien. (Auch einige Gottesanbeterinnen haben wir in den letzten Monaten gesehen).

Mitten im Wald tauchten dann die Wasserfälle auf. Das war super imposant.

Mokoroa Falls

Kleinere Wasserfälle hatten wir schon gesehen, aber das war echt schon recht groß hier.
Dazu der wolkenfreie blaue Himmel, schon sehr paradiesisch auf jeden Fall.

Leider wurde die Idylle dann von einer recht lauten und respektlosen amerikanischen Schülergruppe gestört. Selbst die Lehrer waren nur am Rumbrüllen und ließen sich auch nicht ermahnen, dass sie in der Natur vielleicht doch einfach mal ruhig sein sollten.

Auf dem Weg zurück zum Wanderpfad habe ich noch eine Schabe gesehen aus der Pilze wuchsen. Ganz schön gruselig, scheint aber normal zu sein. Später habe ich gelesen, dass die Māori daraus teils Farbpigmente für Tattoofarben gewonnen haben.

Wir sind dann recht bald zurück zum Auto. Unser Neuzugang war ziemlich lustig. Er konnte nie stillsitzen und wollte unbedingt eine Sache nach der anderen sehen und ist dann immer sofort im Auto eingeschlafen. Nur um dann total hibbelig wieder aufzuwachen.

Der nächste Halt war ziemlich spontan. Fairy Falls. Klang echt interessant. Ein Schild besagte, man sei in 30 Minuten hingelaufen. Perfekt.
War dann doch wieder etwas länger. Mitten durch den Tropenwald – teilweise fühlte es sich echt an, als würde man durch ein Tropenhaus laufen.Wir haben immer noch nicht so ganz realisiert wo wir jetzt waren – und immer bergab.

Nach einer Weile kamen wir an einen kleinen Bach und ziemlich waghalsigen Brücken um ihn zu überqueren. Plötzlich wurde aus dem Bach ein echt hoher Wasserfall. Als wir unten ankamen überraschte uns das kristallklare Wasser UND das es noch viel viel weiterging. Dieser Wasserfall wollte einfach nicht aufhören. Aber ein echt traumhafter Ort.

Beim Auto stellten wir fest, dass wir heute insgesamt schon ca. 20 Kilometer gelaufen und alle ziemlich fertig waren. Also zurück nach Auckland.

3. Tag

Wir waren wieder zu viert. Dem Neuzugang (du merkst, ich habe leider seinen Namen vergessen), war es wohl doch zu viel Gelaufe.

Da nun schon Sonntag war, wollten wir am dritten Tag etwas Entspanntes machen.
Also sind wir spontan zum Piha Beach gefahren.
Nach circa einer Stunde fahrt kamen wir auch schon an.

Erneut überwältigte uns die Natur. Ein echt langer Strand, dahinter nur ein beschauliches Städtchen und ansonsten nichts außer Strand, Meer und einem riesigen Felsen.
Nur war der Strand nicht nur ein normaler Sandstrand. Der Sand war vermischt mit schwarzem Vulkangestein und schillerte dadurch in allen Farben, das Meer war ziemlich wild mit hohen Wellen und der riesige Stein war der Lions Rock. Auch wieder ein Ort mit Māori Geschichte.

Erstaunlicherweise kann man sogar auf den Lions Rock klettern, ein kleiner Pfad macht es möglich. Oben angekommen, hat man einen fantastischen Ausblick. Dort steht auch eine Māori Statue mit Gedenktafel.

Wir haben ein paar entspannte Stunden am Strand verbracht – dieser wurde auch nur von ein paar Surfern und vereinzelten Schwimmern besucht, wir hatten also echt Ruhe.
Glücklicherweise hat sich in der Zeit der Himmel etwas zugezogen, ansonsten wären wir vermutlich trotz Massen an Sonnencreme einfach verbrannt.
Zwischendurch waren wir noch kurz im Dorf. Dort gibt es einen kleinen Shop mit leckerem Kaffee und recht köstlichem Kuchen.