Wenn man länger in einem anderen Land, einer anderen Kultur, auf einem anderen Kontinent ist, gehört es natürlich dazu zu realisieren, dass Kleinigkeiten und Gewohnheiten nicht unbedingt normal sind.
Sondern diese eher auf die eigene Kultur zurückzuführen ist.
Umso mehr fallen aber auch die kleinen komischen alltäglichen Dinge und Merkwürdigkeiten um einen herum auf.

Wir haben versucht eine Liste zu erstellen und alles Komische und Absurde zu dokumentieren.
Das ist wahrscheinlich noch lange nicht alles und ein paar Eigenheiten haben wir uns sicherlich sogar selbst angewöhnt. Das wird sich aber erst in Deutschland herausstellen, wenn uns alle noch merkwürdiger finden als vorher schon.
Hier also eine kleine Beschreibung des täglichen Wahnsinns:

  • Die Tierwelt Neuseelands

Die Tierwelt Neuseelands ist ebenso besonders wie Ihre Flora, insbesondere der Reichtum an Vogelarten mit ihren Eigenheiten sind etwas ganz Besonderes. Da wir dazu schon einen größeren Beitrag haben, könnt ihr HIER mehr Infos zu unseren Erfahrungen mit schrägen Vögeln finden.

  • Der Verkehr (auch der Öffi) in Neuseeland

Wie die meisten vielleicht wissen fährt man in Neuseeland auf der linken Seite (dennoch herrscht hier rechts vor links…warum auch immer), dementsprechend steht man auch auf der Rolltreppe oder geht auf dem Bürgersteig links. Weil das für viele aber scheinbar eine ganz neue Erfahrung ist, sollte man sich in Neuseeland darauf einstellen, öfter Mal einem Falschfahrer zu begegnen oder in größeren Städten ständig Fußgängerstau zu erleben.
Der öffentliche Verkehr ist in Neuseeland natürlich etwas anders, denn dadurch, dass es hier so wenig Menschen sind und die Orte relativ weit auseinander liegen, haben hier die meisten ein Auto. Das bedeutet für Touristen schwerer hin und her zukommen mit den Öffis, weil es lange Wartezeiten und schlechtere Streckenanbindungen gibt.
Besonders der Busverkehr in Auckland ist sehr gewöhnungsbedürftig. Man weiß nie so wirklich wann und wo die Busse abfahren, die Pläne ändern sich alle Tage, Haltestellen haben andere Namen als angegeben und sie werden in den Bussen selbst auch selten angezeigt oder ausgerufen. Da man dem Bus aber auch nur durch Handzeichen signalisiert, dass man mitgenommen werden möchte und durch ein kleines Knöpfchen signalisiert, dass der Bus überhaupt hält, kann es besonders am Anfang öfter vorkommen, dass der Bus an einem vorbeifährt oder man die gewünschte Haltestelle verpasst.
Mit einem empfindlichen Magen, sollte man sich zudem darauf einstellen, dass einem beim Busfahren eigentlich immer schlecht wird, denn es wird viel gebremst und alle Städte bestehen aus Bergen und Kurven. Ich hatte echt zu kämpfen.

TIPP: Beim Busfahren immer Handzeichen geben / überprüfen, dass die AT-HOP Karte da ist und voll aufgeladen ist / mit GoogleMaps nachsehen wo man gerade ist und lang fährt / am Besten immer den Busfahrer fragen ob der Bus auch da hält, wo man möchte

  • Benimmregeln von und mit Busfahrer  (-n/-Innen)

Wenn man in Neuseeland in den Bus einsteigt, sagt man immer Hallo! Das gehört dazu und die Busfahrer freuen sich über den netten Umgang. Im Gegenzug wird man auch immer sehr freundlich behandelt als Gast (Außer innerhalb der City, da kann es schon einmal vorkommen, dass die Busfahrer sehr genervt und nicht ganz so freundlich sind).
Uns ist es schon mehrmals passiert, dass wir zu anderen Haltestellen, speziell für uns, gebracht wurden. Oftmals sind die Menschen auch wirklich gut gelaunt, erzählen gern oder singen Lieder.
Besonders WICHTIG ist es beim Aussteigen, dem Busfahrer nochmal zu danken 🙂

  • Beschilderungen und Verkehrshütchen

In Neuseeland gibt es eine Menge lustiger Beschilderungen, ebenso eine Menge oranger Verkehrshütchen, denn egal wo es eine Baustelle gibt oder etwas abgezäunt werden muss, die kleinen orangen Dinger sind da.
Scheinbar gibt es zu viele, denn regelmäßig werden sie geklaut und als Hut auf Stauen drapiert.

  • Nachtruhe

Wo wir schon bei Baustellen und Verkehr sind. In Auckland gibt es keine Nachtruhe, was die Baustellen angeht….Ja, Baulärm mitten in der Nacht.

  • UV-Strahlung

Hier in NZ sind wir sehr nah am Ozonloch, dass merkt eigentlich auch fast jeder Tourist nach den ersten paar Tagen. Wir und viele andere haben die Erfahrung gemacht, dass die Einschätzung der Einstrahlung zu gering ist und man sich somit sehr schnell einen schmerzhaften Sonnenbrand zuzieht.
Bei mir waren es die Füße. Ich habe nach 5 Monaten immer noch die Male meiner Flip-Flops auf dem Fuß. Juchu

  • Alles ist falsch herum

Klingt zwar komisch, ist aber so und das kann am Anfang echt nervig sein. Alle Schlösser (Toilette, Zimmertür, Autotür usw.) schließen falsch herum. Das heißt man muss in die andere Richtung drehen. Ich finde das auch jetzt noch völlig unlogisch und verwirrend.

  • Ampeln

Die Ampelschaltung in Neuseeland aber besonders in Auckland ist echt schlecht getaktet. Oft wird es Grün für die Autofahrer, wenn die Fußgänger noch grün haben, manchmal muss man ewig warten, damit dann die ganze Kreuzung umschaltet und man somit diagonal laufen kann. Zu anderen Zeiten werden einfach Mal Phasen übersprungen und oftmals funktioniert die Ampel gar nicht.
Aber um ehrlich zu sein, interessiert hier die Fußgängerampel die Wenigsten.

  • Zwischendrin mal eine kleine Galerie von Merkwürdigkeiten, die wir mit dem Handy festhalten konnten:
  • Yeah Yeah Yeah

Die Kiwis haben ihren ganz eigenen Dialekt, ja eigentlich ihr eigenes Englisch. Für uns ist die Verständlichkeit auch jetzt noch schwierig, wenn man schnell sprechende Exemplare an Kiwis dabei hat.
Unterhaltungen sind meist von Wiederholungen geprägt. Ein einfaches “Ja” oder “OK” wird ausgedrückt durch 3 bis 10 Mal “Yeah”, Beschreibungen gibt es eigentlich immer nur durch “Like” this and “Like”that. JA das kann schon manchmal nerven, aber es ist auch irgendwie ganz süß.
Besonders die Bezeichnung “sweet as” ist für den Rest der Welt etwas Besonderes. Hier in NZ ist es eher sowas wie ein positiver Ausruf und nach ein paar Wochen fragt man sich auch nicht mehr selbst, was denn nun süß ist?!

  • Kiwis wollen entertaint werden

Kiwis und damit meine ich nicht die Māoris, sondern die dort lebenden “Weißen” sind wirklich nicht die Menschen, die extrem aus sich heraus kommen. Temperament ist eher Mangelware und dementsprechend sehen auch Partys aus. Sie wollen sehen und unterhalten werden, kommen aber nicht wirklich aus sich heraus.
Die Māoris und Ozeanier sind das genaue Gegenteil. Ein wunderbares Beispiel sind die Bauarbeiter in Auckland…

  • Māori Mentalität

Auckland ist im Dauerwandel, eine Metropole eben. Deshalb gibt es Dauerhaft Baustellen, wie vor unserem Haus bzw. direkt vor unserem Fenster. Die meisten Bauarbeiter haben Māori und ozeanische Hintergründe und sind von ihrer Mentalität ganz anders als die westliche Kultur.
Musik gehört zum Leben dazu, eigentlich können alle singen und tanzen und das zeigen sie auch dauerhaft. Es wurde jeden Tag vor unserem Fenster (im siebten Stock!!!) gesungen, laut Musik gehört und gepfiffen. Letztens gab es sogar ein lautstarkes Haka. Ich liebe das hier und sie haben mir alle jeden Tag zu gewunken und mich begrüßt. Auch auf der Straße wird gesungen und getanzt.
Insgesamt sind die Māoris sehr herzlich, liebevoll und gastfreundlich. Mehr zum kulturellen Hintergrund und dem Leben der Māoris in Neuseeland findest du HIER.

  • Fernsehturm

Auckland hat einen Fernsehturm, der mehrere Attraktionen zu bieten hat, wie z.B. der Sky Jump.
Wir können von unserem Fenster direkt auf ihn sehen und jede Nacht wird er beleuchtet. Nach einer Weile ist uns aufgefallen, dass die Farben wechseln, am Anfang war es zu bestimmten Themen wie z.B. Grün beim St. Patricks Day, aber nach einiges Wochen wurden die Farben immer weniger nachvollziehbar und egal wo wir nachgesehen haben, man kann einfach nicht herausfinden, warum es welche Farbe gibt.
Gerade ist er Pipi-Gelb …

  • Keiner zahlt in cash

Außer im Bus, wird in Neuseeland alles – aber wirklich alles – mit Karte bezahlt. Auch wenn du nur Kaugummi für $1 kaufst, es wird mit Karte gezahlt.

  • Essen und Fressen

In Neuseeland ist irgendwie alles anders mit dem Essen, eine Mischung aus Allem und irgendwie doch Neu und Merkwürdig. Mehr findet ihr HIER.

  • Müll und Plaste

Alle hier sind sehr auf Schutz der Natur bedacht, jedoch scheint das Prinzip von Mülltrennung Reduzierung von Plaste (Plastik) noch nicht in Neuseeland angekommen zu sein.
Beim Einkaufen herrscht amerikanisches Prinzip. An jeder Kasse steht Jemand, der für dich den Einkauf einpackt, dafür aber gefühlte 1000 kleine Plastetüten nutzt. Alles in doppelt und dreifach eingepackt und bis jetzt haben wir nicht einmal gesehen, dass jemand wirklich verstanden hat, wie man den Müll logisch trennt. Ich hoffe das bessert sich in den nächsten Jahren!

  • Nachthimmel

Für manch einen wird das wohl banal klingen, aber der Nachthimmel ist hier so anders als zu Hause in Deutschland. Das kann man erst richtig realisieren, wenn man es live erlebt.
Die ganze Milchstraße ist zu sehen, der Mond ist plötzlich anders herum und die Sternzeichen sind auch plötzlich alle unterschiedlich. Es ist beeindruckend!

  • Werbung

Im neuseeländischen Fernsehen kommt Werbung alle 5 bis 15 Minuten. Das kann schon ganz schön anstrengend werden, besonders, wenn man gerade einen guten Film schaut.
Die Werbung an sich ist aber die beste und lustigste, die ich bis jetzt in einem Land erlebt habe! Hier ein paar Beispiele.

  • Rugby 

Rugby ist der Nationalsport der Neuseeländer (mit Cricket und Netball), alles Sportarten von denen, wir in Deutschland noch nicht wirklich was gehört haben. Jedenfalls sind die Neuseeländer verrückt nach Rugby. Im Stadion sitzen alle Fans gemischt. Es gibt dort keine Ausschreitungen, so wie bei uns.
Die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft. Allesamt Top-Athleten, allesamt Superstars in Neuseeland. Eine Besonderheit (auch in der Rugby-Welt selbst) ist der Haka-Kriegstanz der All Blacks. Wirklich einen Blick wert!
Auch noch eine sehr interessante wissenswerte Info ist, dass die All Blacks eine eigenständige Māori-Mannschaft haben: Die Māori All Blacks

  • “Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu”

Der Ort mit dem längsten, noch benutzten Ortsnamen der Welt (und dessen Name auch stark auf Google aussieht) liegt in Neuseeland.
Übersetzt bedeutet er laut Wikipedia: „Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der den Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte“.

  • How are you today?

„Hi there, how are you today?“, wird man in Neuseeland überall gefragt, besonders beim Einkaufen. Meistens wollen die Leute nicht wirklich wissen wie es dir geht, das „How are you today?“ ist eher neuseeländische Höflichkeit. Ein einfaches „Fine, thanks!“, wird erwartet. Ich frage meistens im Gegenzug auch wie es den Leuten. Die Reaktion ist sehr überrascht, aber jeder freut sich über ein wenig Höflichkeit.

  • Auckland ist nicht Neuseeland

Mehr dazu HIER.

  • Māori Sprache im Alltag

Die Neuseeländer versuchen die Māori Kultur in ihr alltägliches Leben mit einzubringen, auch wenn dies leider noch nicht optimal funktioniert. Dennoch gibt es positive Aspekte.
Amtssprachen sind beispielsweise Englisch, Māori und Gebärdensprache (NZSL). Auch Orte und Straßen in Neuseeland tragen üblicherweise einen englischen und Māori Namen. Māori Lehr- und Lernweisen finden sich an den drei staatlichen Wānanga (Uni) und die neuseeländischen Hochschulen stellen Informationen üblicherweise auf Māori bereit. Daneben gibt es zahlreiche Kurse und einige Studiengänge, die sich mit der Kultur der Māori beschäftigen. Einige davon habe ich hier bei meinem Studium belegt.

  • Das südlichste und das coolste MC Donalds der Welt

…sind beide in Neuseeland und wie der Zufall so will, haben wir auch beide besucht.
Im südlichsten Macces der Welt habe ich auch mein Portemonnaie verloren und sogar wieder gefunden 😉

  • Wandern auf einem aktiven Vulkan

Mt Ruapehu ist ein toller Ort zum Wandern und auch zum Snowboarden (auf der Nordinsel), wenn der Vulkan gerade nicht am Ausbrechen ist. Ruapehu ist der Nachbar des berühmten Mt Doom (Schicksalsberg in Herr der Ringe, oder Ngaruhoe außerhalb der Fantasiewelt). 2007 brach der Vulkan zuletzt aus, und einige Skihütten mussten evakuiert werden.
Wir waren dort vor ein paar Wochen wandern, haben es aber leider nicht bis auf die Spitze geschafft. Denn, trotz des Sommers, gab es an diesem Tag ein Schneegestöber auf dem oberen Teil des Vulkans. Wir wurden gewarnt, dass sich bei diesen Wetterverhältnissen öfter Menschen verirren und wir es wohl in den angesetzten 7 Stunden (Auf- und Abstieg) nicht mehr vor Sonnenuntergang zurückgeschafft hätten.

  • Alle laufen barfuss.

Das war das Beste für mich! Die Leute in Neuseeland laufen barfuß und zwar: alle & überall! Im Supermarkt, in Restaurants und Bars. Vor allem in den Sommermonaten trägt in Neuseeland fast niemand Schuhe und somit konnte ich endlich das tun, was ich in Deutschland sonst nur bei meinen Eltern kann. Denn hier in NZ ist der Boden nicht voll mit Dreck.

  • O wie Awesome!

Diesen Ausdruck hört man schon einmal von einem Neuseeländer, der seinen Enthusiasmus zum Ausdruck bringen will. Er rührt von einer Episode des neuseeländischen “Glücksrads” aus den 90ern. David Tua, von Beruf Boxer, und zu Gast bei der Show, fragte damals nach einem “O” wie “awesome”. Hier ist der Moment, der in die Fernsehgeschichte Neuseelands einging.

  • Parken

Es gibt keine Parkscheibe in Neuseeland, ist ein Parkplatz zeitlich begrenzt, kommt ein Aufseher, macht einen Kreidestrich an deinen Reifen und guckt auf die Uhr. Ist das Auto mit dem Kreidestreifen nach der abgelaufenen Zeit noch da, gibt’s ein Ticket.

  • Der Winter und die Kälte

Eigentlich ist es auf der Nordinsel bzw. in Auckland nicht wirklich kalt im Winter. Meist sind es so 15°C, aber es gibt keine Zentralheizung in neuseeländischen Häusern, daher ist es im Winter in den Wohnhäusern oft kälter als draußen. Erschwerend kommt die Bauweise der Neuseeländer hinzu, es wird generell nicht mit Ziegelsteinen, sondern mit verstärkten Holzplatten gebaut, und die Fenstergläser haben keine Doppelverglasung, das Dach ist aus Blech. Die Neuseeländer heizen entweder mit Heizlüftern (Achtung Stromkosten!) oder der neuste Schrei ist eine umfunktionierte Klimaanlage, die anstatt zu Kühlen warme Luft ausströmt. Betten werden mit Heizdecken vorgewärmt und die Wärmflasche wird in der Zeit zum Besten Freund.

  • Toiletten

Es gibt was überall öffentliche Toiletten und es ist kaum zu glauben, aber diese sind meist sauber und nutzbar. Da könnte Deutschland sich eine Scheibe von abschneiden.

  • Museen

Jeder noch so kleine Ort hat ein Information Centre und ein Museum. Museumseintritt ist grundsätzlich umsonst in Neuseeland, es wird allerdings eine kleine Spende erwartet.

  • Kaugummis

Obwohl Neuseeland sehr sauber ist, scheinen Kaugummis ein Problem zu sein. Egal an welchem Ort, überall kleben Diese unter den Sitzen, den Tischen, auf den Böden. Um so etwas an Flughäfen zu verhindern, werden dort keine Kaugummis verkauft.