Auf großen Wunsch einer vereinzelten Person (Ja, ich meine dich Kerstin ^^) gibt es heute einen Blogeintrag zum Thema Essen in Neuseeland.

Ich habe vor langer Zeit mal gelesen, dass man länger lebt, wenn man neue Dinge probiert (im Sinne von essen). Seitdem versuche ich jedes Mal etwas für mich Unbekanntes in einem anderen Land zu testen. Zum Glück waren wir lange genug um Neuseeland um gleich viele neue Erfahrungen zu machen.

Aber fangen wir erst einmal mit dem Einkauf an. Lebensmittel sind teuer in Neuseeland und damit meine ich wirklich teuer. Es gibt relativ wenig Obst, sowie Gemüse und alles was eingeliefert werden muss ist eigentlich zu preisintensiv, um es sich als normaler Student leisten zu können. Das gleiche Prinzip besteht bei Milchprodukten und Fleischwaren (ausgenommen Lamm, davon gibt es in NZ ja genug)
Das Ganze hat es uns sehr schwer gemacht, da wir eigentlich auf Kohlenhydrate verzichten, viel Obst/Gemüse essen und sehr wenig Fleisch.
Tja was nun?
Preise vergleichen, Angebote nutzen, mehr Geld investieren und einen wöchentlichen Großeinkauf machen. Somit habe ich eigentlich gekocht wie immer, aber wir sind oftmals nichts drum herum gekommen auch Kohlenhydrate zu nutzen.

Neuseeland ist vom Fastfood Wahn betroffen. An jeder Ecke findet man einen Take-Away Shop. Es ist das Land mit der größten McDonalds Dichte hinter Amerika und das merkt man auch. Hinzu kommt, dass es bei einigen Fastfoodketten alles doppelt gibt. Das heißt mit doppelt Fleisch bspw. oder zwei Burger zum Preis von einem. Die meisten Menschen ernähren sich ungesund, daher ist es kein großes Wunder, dass viele Menschen hier einen zu hohen BMI haben.
Fastfood ist auch sehr viel günstiger als relativ gesunde Lebensmittel und somit sind Übergewicht, Krankheit und Herzattacken großteilig Probleme der ärmeren Bevölkerung.

Dennoch ist nicht alles schlecht und ungesund, außerdem kann man sich immer mal etwas gönnen. So wie bei allen Lebensmitteln zählt da einfach in Maßen, nicht in Massen. Wir konnten uns also innerhalb der letzten Monate gut durchfuttern und einiges testen, denn natürlich gibt es hier auch besondere Speisen und außergewöhnliche (für deutsche Verhältnisse) Leckereien.

Ich habe versucht eine kleine Übersicht zu erstellen:

Rote Beete

Ja wir kennen alle Rote Beete, aber die Neuseeländer LIEBEN sie! Rote Beete gibt es in Neuseeland eigentlich zu jeder Speise dazu. Zu Salaten, immer auf Burgern, auf Sandwiches usw. und sie wird grundsätzlich als vegetarischer Ersatz für Fleisch genutzt. Für mich ist das eine super Sache, denn erstens ist es sau gesund und zweite esse ich Rote Beete wirklich gern! Chris wiederum fand das nicht ganz so toll.

Lamm

Wie schon erwähnt, wird Lamm in Neuseeland bevorzugt gekauft und genutzt. Ich hätte damit eigentlich kein Problem, es kann ja jeder Essen was er möchte, ABER Lamm wird fast unter jegliche Art von Fleisch hinzu gemischt, ohne dass es wirklich auf der Verpackung angegeben wird. Somit vielen für uns Würstchen und alle anderen Gerichte aus, bei denen wir nicht wussten, was drin enthalten ist. Zum Glück gab es fast immer eine Alternative mit Hähnchen oder vegetarisch.

BBQ und Potluck

Bevor wir nach NZ kamen, hatten wir überall gelesen und gehört, dass ein typisches BBQ eigentlich immer zu Treffen und größeren Veranstaltungen dazu gehört. Leider wurden wir in diesem Punkt enttäuscht, trotz mehreren Veranstaltungen und Treffen mit Freunden, durften wir nur 2 Mal ein kleines Grillerchen erleben.
Dafür wurde hier in Auckland aber das Potluck regelmäßig zelebriert. Hierbei bringt jeder Gast ein typisches Gericht aus seiner Heimat mit. Das nennt sich hier kultureller Austausch und ich habe wirklich Gefallen daran gefunden.

Pavlova

Erstmals habe ich die Pavlova Torte hier im Marae (dem traditionellen Māori Festhaus) gegessen und für mich war sie überhaupt nichts. Sie ist eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus einer Baisermasse, also somit alles aus reinem Zucker und extrem süß! (Alle anderen finden sie super lecker)
Da sich Neuseeland und Australien schon seit langen darum streiten, wessen Nationalgericht diese Torte nun wirklich ist, zitiere ich einfach mal Wikipedia. Dabei muss ich nämlich nicht Partei ergreifen 🙂

“Wer die Pavlova erstmals kreiert hat, ist seit Jahrzehnten zwischen Australien und Neuseeland umstritten. In Australien wird die Version favorisiert, nach der der deutschstämmige Herbert Sachse als Küchenchef des Hotels Esplanade in Perth diese Torte im Jahr 1935 erfunden und mit der Bemerkung „Es [das Baiser] ist leicht wie die Pavlova“ nach Anna Pawlowa benannt hat, wobei er sich von dem Tutu der russischen Balletttänzerin inspirieren ließ. Der Name Pavlova wurde in Neuseeland nachweislich schon 1927 benutzt, jedoch zunächst für eine andere Süßspeise. Die neuseeländische Anthropologin Helen Leach hat nach ausgiebigen Recherchen mehrere Belege dafür gefunden, dass die Torte bereits vor 1935 in Neuseeland bekannt war. In einem neuseeländischen Kochbuch aus dem Jahr 1929 ist ein Rezept für Pavlova Cakes enthalten, die weitgehend der bekannten Pavlova entsprechen, mit dem Unterschied, dass es sich dabei um mehrere kleine Törtchen handelte. Ähnliche Rezepte erschienen in den folgenden Jahren, so dass davon auszugehen ist, dass Sachse nicht der Erfinder ist.”

Hāngī

Bleiben wir gleich bei traditionellen Gerichten im Marae, so darf ich Dieses nicht vergessen!
Ähnlich wie beim samoanischen „Umu” wurden Hāngī-Speisen traditionell in Flachsblätter gewickelt. Heutzutage werden Hāngī-Mahlzeiten häufiger mit Hilfe von Stoffsäckchen, Alufolie oder Drahtkörben zubereitet. Auch so genannte „Hāngī Packs“ sind beliebt; hier werden die Speisen von vornherein in Einwegbehältern zum Mitnehmen zubereitet. Allen Hāngīs ist gemeinsam, dass die Körbe oder Behältnisse auf heißen Steinen auf dem Grund des Erdlochs platziert werden. Im Anschluss wird alles mit nassen Tüchern und einem Erdhaufen bedeckt, um die Hitze der Steine zu bewahren. Abhängig von der zu kochenden Menge bleiben die Hāngī-Speisen für etwa drei bis vier Stunden unter der Erde.
Über den Geschmack lässt sich streiten, ich fand das Gemüse etwas streng. Dennoch ist das Hāngī ein Grund zum Genießen, denn wann hat man schon einmal die Chance auf traditionelle Art und Weise bekocht zu werden und gemeinsam dabei zusammen zu sitzen.

Minze

Man erkennt an der Menge der Minze, die für süße Speisen (im speziellen Schoki) genutzt wird, dass Neuseeland einen britischen Hintergrund hat. Jegliche Schokoladensorte hat eine oder gleich mehrere Varianten mit Minze. Darunter auch KitKat-Minze … würg

Breakfast

Die Neuseeländer lieben ihr extrem deftiges Frühstück, was eine Mischung aus englischen und amerikanischen Frühstück ist, so sehr, dass es in eigentlich allen Fast Food Restaurants ein All Day Breakfast gibt. Heißt, die geliebten Kalorienbomben können zu jeder Tag- und Nachtzeit erworben werden.

Asiatisch

Wie wir schon mehrmals erwähnt haben, gibt es hier in Neuseeland, besonders in Auckland sehr viele chinesische und im allgemeinen asiatische Zugewanderte, was ja auch kein Wunder ist, so ist der asiatische Kontinent nicht wirklich weit entfernt.
Durch diesen Umstand besitzt Auckland eine schier unermessliche Sammlung an asiatischen Restaurants! Vieles ist extrem lecker und ich muss sagen, ich habe noch nie so viel Reis und scharfes (extrem!!! scharfes) Essen gesessen, wie in den letzten fünf Monaten. Besonders zu empfehlen ist japanische Teriyaki Bowl, chinesische Dumplings, original indisches Curry und malaysische Gemüsepfanne.

Essen in der Uni

Bei mir und Chris, war das Essen in der Uni völlig von der Māori Kultur geprägt. Jeden Mittwoch gab es im Marae ein Buffet. Hier konnte man sich sein Sandwich mit allem Drum und Dran für nur 2 Dollar selbst belegen. Soooooo lecker!
Ansonsten wir waren wir, trotz 1000 verschiedenen Restaurants/Kantinen, immer nur bei einer bestimmten. Refuel nennt sie sich und bereitet jeden Tag selbstgemachte Hausmannskost aus der Māori Kultur zu. Das war deftig, satt machend und hat mich immer an zu Hause erinnert.

>>HIER <<  findet ihr eine wunderbar zusammengestellte Liste zum Thema “33 Dinge, die du in Neuseeland gegessen haben solltest!” Diese Liste zeigt eigentlich wirklich super, auf was die Menschen hier so stehen. Wir haben das Meiste davon auch durchprobiert, deshalb noch ein paar kurze Stellungnahmen zur Liste:

– Hoki Poki Eis ist für mich extrem PFUI! Super süß, alles drin was noch süßer ist und schon ein wenig klebrig. Die Meisten werden es aber lieben.

– Wenn man hier den richtigen Laden findet, sind die Fish and Chips super lecker und frisch aus dem Meer. Zum Glück haben wir einen dieser Läden gefunden 🙂
(Mehr Insider Tipps von uns findet ihr in diesem Beitrag)

– Muscheln wollte ich schon immer einmal probieren, auch wenn sie sehr eklig glibberig aussehen. Zum ersten Mal habe ich in Bluff, die berühmten Austern gegessen. Sie waren sehr fischig, aber nicht allzu schlecht. Nochmal muss es allerdings nicht sein.
Dank Carlo, (unser italienischer Freund, den wir zusammen mit seiner deutschen Freundin Elli kennengelernt haben) durfte ich vor ein paar Tagen noch ein zweites Mal Muscheln probieren und ich muss sagen, sie waren super lecker! Es hat sich gelohnt, nicht ängstlich zu sein.

– Feijoas schmecken für mich wie eine Mischung aus Kiwi, Melone und Gurke.

– Whittakers Schokolade finde ich nicht wirklich besonders, insgesamt schmeckt die neuseeländische Schokolade, und auch alle Milchprodukte, nicht so gut wie in Europa. Die bekommen das hier mit der Milch nicht wirklich hin … warum auch immer.

– Kiwi schmeckt wie Kiwi, nur intensiver, wenn man die richtige Jahreszeit erwischt hat. Es gibt auch Kiwisaft und Kiwischokolade (die war mega lecker!!!).

– Manuka Honig, ist der erste Honig den ich freiwillig gesessen habe! Er ist sehr würzig und ihm wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Ich habe hier jeden Tag einen Teelöffel gefuttert um eine Pollenallergie zu vermeiden.

– L&P und Gingerbeer sind beide super leckere Limos (auch wenn ich normalerweise keine trinke). Etwas Herb, süß und geschmacksintensiv. Ich habe die ersten Wochen so oft davon getrunken, dass ich jetzt beides nicht mehr sehen kann.