Hallo Liebe Welt da draußen,

heute ist Blogtag oder auch: Ich/Wir muss mich dazu zwingen mich endlich vor den Rechner zu setzen, alle vergessenen Blogeinträge auf einmal zu schreiben, um dann mehr Zeit zum Rumreisen zu haben. Falls ihr also gerade jetzt hier vorbeischaut – es gibt mehrere neue Blogeinträge zu entdecken.
Da ich das Fotopaket beim Skydive dazu gebucht habe und man wohl dauerhaft mein Gesicht beim freien Fall erblicken kann, werde ich diesmal schreiben (Mariaaaa :))

Wir haben also vor ein paar Wochen bei Skydive Auckland einen bzw. 2, weil ja einen für jeden von uns, Tandem-Fallschirmsprung aus 13.000 Fuß (3962,4 m) gebucht. Es gab noch einen aus 16.500 Fuß (5029,2 m). Das ist dann der höchste Fallschirmsprung den man auf der Nordinsel Neuseelands wagen kann, aber der war dann echt zu teuer und fürs erste Mal aus dem Flugzeug springen reichte uns unser Paket allemal.

TIPP: Über Bookme.com lassen sich in Neuseeland wirklich günstige Angebote für Alles finden, die zwar tagesabhängig sind, aber ein Blick lohnt sich dennoch!

Skydive Auckland liegt außerhalb in Parakai. Wir sind von der City aus, eine Stunde mit dem Bus dort hingefahren. Wenn man direkt bei Skydive Auckland bucht gibt zwar auch Shuttles, die uns abgeholt hätten, aber das wäre erstens teurer gewesen und zweitens wollten wir mehr von der Landschaft sehen. Das war die perfekte Gelegenheit und hat sich auch wirklich gelohnt.

Nach der Ankunft am dortigen Flughafen, lief alles ganz problemlos. Als Erstes gab es ein Video zur Aufklärung und Einführung, danach hatten wir ein bisschen Zeit uns mental auf alles vorzubereiten und alle Taschen zu verstauen und nach ein paar Minuten wurden wir auch schon in unsere Blaumänner, Schnallen, Caps und Sonstiges eingepackt.
Nun standen wir in Blau draußen in der Sonne (es war wirklich der perfekte Tag), lernten die anderen Lebenslustigen kennen und warteten auf unsere Tandempartner. Ein paar Sekunden später waren sie (ich nenne sie mal liebevoll meine Lebensversicherung, denn dieser eine Kerl, an dem ich da dran hänge, ist dafür zuständig mich lebendig wieder auf die Erde zu befördern) auch schon da und fotografierten und filmten uns alle sofort mit ihren angeschnallten GoPros.

Vorher noch große Fresse

<3

Dafür, dass ich vor ein paar Jahren noch extrem Flugangst hatte und nur mit dauerhaften Weinen ein Flugzeug besteigen konnte, habe ich dieses Jahr irgenwie ganz schon viel riskiert. Ich bin nur innerhalb eines Jahres 10 Mal geflogen. Ich war in dem größten Flugzeug, was ich mir vorstellen kann, im Billigsten und nach dem Skydive auch im Kleinsten.

Zurück zur Geschichte.
Wir saßen also nun in diesem super kleinen Flugzeug, aufgeteilt auf zwei Bänke, alle hintereinander sitzend. Es war sehr laut, sehr warm, sehr eng, aber die Aussicht war atemberaubend. Während das Flugzeug immer höher stieg, haben uns unsere Tandempartner nochmal abgesichert, uns fotografiert und uns alles erklärt, was wir draußen sehen konnten. Nach 10.000 Fuß war ein Leuten zu hören. Nur noch ein paar Minuten bis zum Sprung… Ich konnte nicht mehr sprechen vor Aufregung, meine Hände klitschnass, Chris wurde immer blasser, trotzdem hat er sich gefreut die ganze Zeit und alle Anderen wurden immer aufgeregter.

Lachen oder weinen?

Die Aussicht!!!

Nun war das zweite Leuten zu hören. Unser Zeichen.

Wir wurden gefragt, wer von uns Beiden zuerst springen möchte und ich wollte nicht, also hatte Chris keine Wahl. 🙂
Plötzlich öffnete sich eine große Rolltür und wir konnten in 13.000 Fuß Höhe aus dem Flugzeug sehen. Das war für mein Hirn nicht mehr greifbar…Ich hab’ nur noch dumm geschaut und der einzige Gedanke im Kopf war „VERDAMMT“.
Was die ganze Sache noch absurder machte war, dass die ersten sechs Leute vorne an der Tür (ohne Tandempartner) ohne zucken, ohne Angst im Gesicht, einfach ausgestiegen sind. Ich muss es so nennen, weil es so aussah. Sie sind nicht gesprungen, sondern total entspannt ausgestiegen……

NUN WIR!
Als Erstes die Beiden vor uns. Die beiden Mädels waren völlig fertig, aber sie hatten keine Wahl mehr und dann waren auch schon wir dran. Unsere Tandempartner rutschten mit uns nach vorne, dann saß Chris in der Tür, ich wollte ihm noch zurufen, aber da war er auch schon weg. Das war so extrem surreal….

Hier seht ihr Chris in der Tür sitzen

Ich hatte auch keine Zeit zum Denken, da saß ich schon in der Tür, wollte noch Luft holen und ZACK war ich draußen.
Während ich gerade schreibe, habe ich auch wieder dieses Gefühl und viel Adrenalin im Körper. Man kann es leider nicht annähernd so beschreiben wie es wirklich ist… Aber es ist toll! Frei!

Im ersten Moment habe ich durch den Fall keine Luft bekommen, aber dann konnte ich schreien und das tat ich auch. Lange und viel! Irgendwie war alles um mich herum ruhig, ich habe niemand Anderen gesehen, nur die runde, wunderschöne Erde. Man denkt, das geht alles so schnell (45 Sekunden freier Fall), aber ich hatte das Gefühl ewig zu fallen.
Ich konnte alle Strände sehen, das riesige Meer, Felder, Wälder, Flüsse, … es war wirklich toll. Langsam kam die Erde näher, aber sie wirkte nicht bedrohlich und noch sehr weit entfernt.

Der Sprung

Der Schrei

Die Erde

Ja, da steht “Hi Mama”

Dann war es auch schon so weit – mein Tandemparner öffnete den Fallschirm. Es gab einen starken Ruck und dann gleiteten wir auch schon durch die Luft.
Ich muss leider sagen, dass das Gleiten mit dem Schirm das Schlimmste an der ganzen Sache für mich war, denn als der Schirm offen war, habe ich den Sicherungen nicht mehr vertraut und hatte riesige Angst zu fallen. Witziger Weise war das im freien Fall nicht so.
Ich hätte den Schirm auch selbst lenken dürfen, habe mich aber vehement gewährt. Was die ganze Sache noch unerträglicher gemacht hat war der Druck. Dadurch, dass ich unser Gewicht nun wieder spüren konnte und wir relativ viele Kurven geflogen sind ist mir kotzübel geworden. Das ist der Nachteil, wenn man schnell Reisekrank wird… Ich habe also versucht mich auf die tolle Aussicht zu konzentrieren, was mir auch größtenteils gelungen ist, aber ich war ehrlich gesagt auch froh, als wir unten ankamen. Als Erstes habe ich den Boden geküsst.

Chris war total glücklich und hat nur noch gelacht.
Ich wollte mich nur hinlegen. Nach ein paar Minuten kam noch das ganze Adrenalin dazu und das eine führte zum anderen. Ich Weichei musste mich erst einmal übergeben.

Nachdem wir uns dann umgezogen und die Fotos eingesammelt hatten, beschlossen wir noch eine Weile spazieren zu gehen und uns die Umgebung anzusehen. Was auch dringend nötig war, mir war nach einer Stunde nämlich immer noch übel. Also habe ich mich eine Weile ins Gras gelegt, die Sonne genossen, etwas getrunken und dann ging es langsam wieder.
Wir liefen zum nächsten Ort, da der Strand leider zu weit entfernt war, und wurden sehr schnell von einem Ansässigen abgefangen, der uns fragte wohin wir wollen. Wir versuchten ihm zu erklären, dass wir nur ein wenig spazieren wollen. Daraufhin bot er uns sofort an uns ins Zentruminnere zu fahren. Außerdem lud er uns zu sich nach Hause ein, zum Essen, zum gemeinsam an den Strand fahren und wenn wir nichts zum Übernachten hätten, könnten wir auch gleich dort schlafen.
Er war einfach super lieb und hat das Ganze auch erst gemeint.
Wir haben von vielen anderen schon erfahren, dass die Kiwis (meist außerhalb von Auckland) total gastfreundlich und hilfsbereit sind.

TIPP: Wenn euch jemand in Neuseeland zu sich einlädt, dann seid nicht allzu deutsch. Die Menschen dort meinen das ernst, also nehmt die Einladung an, geht hin und genießt einen tollen Abend.

Wir mussten leider absagen, weil wir nach dem ganzen Tag völlig fertig waren.
Das holen wir aber noch nach!!!

Also redeten wir noch mit ein paar Einheimischen (alle super lieb), aßen leckere Burritos und fuhren dann nach Hause.
Ich hab’ lange nicht so tief geschlafen.