Study Abroad

Neuseeland nutzen wir um uns weiterzubilden, jeder auf seine Weise, aber Beide studieren wir an der AUT.
Ich habe mich dazu entschlossen, neben 2 Maori-Kursen, einen Fotografiekurs zu belegen.
Da ich mich schon seit ein paar Jahren mit Fotografie beschäftige, pädagogisch arbeite, das Thema meine Freizeit bestimmt, aber vor allem meine Masterarbeit 2018 fotografisch gestaltet wird, wollte ich hier unbedingt die Möglichkeit nutzen um mich selbst zu fordern.

Zu Beginn des Kurses wurden technische Aspekte, Lichtsetzung und Wahrnehmung vertieft. Außerdem haben wir Inspiration durch verschiedene Fotografen bekommen.
Wir sind nun in Woche 6 des Studiums und die ersten Prüfungen stehen an, denn hier in Neuseeland muss man in jedem Kurs alle paar Wochen Prüfungen bestehen erfolgreich abzuschließen.
Meine erste Aufgabe bestand aus zwei Teilen:

Part 1 – Das Portrait

Hierbei mussten wir Selbstportraits und Portraits von anderen erstellen, das Composing, Lichtsettings und experimentelle Vorgehensweisen üben/ausführen.
Wir mussten drei finale (bearbeitete) Bilder, 12 Fotos, welche unsere Vorgehensweise und Entwicklung zeigt und eine Analyse erstellen.
Natürlich musste als Erstes Chris herhalten, aber er hat sich gut geschlagen 🙂

Das hier sind die fertigen Portraits der ersten Aufgabe:

Um das Ganze ein bisschen näher zu erklären, ist hier mal ein Textauszug meiner Analyse + die Analyse musste ich natürlich in Englisch schreiben.
Hier ist sie aber deutsch für euch:

Mein Ziel war es unterschiedliche Stimmungen, Lichtsettings und experimentelle Situationen einzufangen und zu schaffen und somit das Subjekt in einem anderen Sachverhalt darstellen zu lassen.
Dabei habe ich mich von verschiedenen Künstlern inspirieren lassen.
Während des fotografischen Prozesses habe ich mich immer stärker auf das Spiel von Licht und Schatten in Verbindung mit verschiedenen Gesichtsformen konzentriert.  Um die gewünschten Effekte zu erzielen wurden verschiedene Räume, Lichtverhältnisse, ebenso unterschiedliche Utensilien genutzt.

Im Endeffekt bevorzuge ich die Portraits, welche einen starken Schatten aufweisen und sich auf bestimmte Parts des menschlichen Gesichtes konzentrieren. Das Bokeh und klare, meist kalte Hintergründe legen den Fokus voll und ganz auf den jeweiligen Gesichtspart.
Ich empfinde dies als sehr spannend, weil es verschiedene Emotionen und Fragen auslöst und somit trotz klarer Bilder viel Raum zur Interpretation lässt. Die Subjekte wirken geheimnisvoll.
Als Resümee kann ich sagen, dass ich es als leichter empfand Selbstportraits zu fotografieren. Da ich genau im Kopf hatte, welche Posen und Lichtverhältnisse ich fotografieren will, war es leichter dies zu arrangieren als jemanden zu erklären und leiten zu müssen, der sich im ersten Moment unwohl vor der Kamera fühlt.
Dennoch bevorzuge ich es Menschen zu fotografieren, weil die Situationen nicht vorhersehbar sind somit die Chance entsteht völlig neue Emotionen und Kompositionen einzufangen.

 

Part 2 – Location Portraits

In diesem Teil der Aufgabe sollten wir großteilig fremde Menschen in einem eingegrenzten Raum zu einem bestimmten Thema fotografieren.
Wir mussten 5 finale (bearbeitete) Bilder, 20 Fotos, welche unsere Vorgehensweise und Entwicklung zeigt und ebenfalls eine Analyse erstellen.

Hier die Ergebnisse:

Hier gibt es auch noch einen Teil meiner Analyse:

Schon während der ersten Aufgabe (das Portrait) ist mir aufgefallen, dass ich dazu tendiere Serien zu fotografieren. Aus diesem Grund habe ich auch die die erste Aufgabe dazu genutzt um verschiedene Menschen unten denselben Aspekten zu fotografieren. Dadurch sind mir viele verschiedene Ideen gekommen, die ich gerne bei den Lokation Portraits umgesetzt hätte.
Mir ist klargeworden, dass ich für einige meiner Ideen leider nicht die Zeit und/oder die geldlichen Mittel für Requisiten habe. Somit entschloss ich mich erst einmal dazu ein paar Mal durch Auckland City zu spazieren und die 3 verbliebenen Ideen zu realisieren. Da ich 2 davon, durch Wetter und Umständlichkeit bei den ersten Versuchen nicht umsetzen konnte, werde ich hier auch nicht näher darauf eingehen, sondern meine Endgültige Idee und Umsetzung analysieren.

Ich bin einer von den Menschen, der während er durch die Stadt spaziert gern Kopfhörer auf hat und gute laute Musik hört. Zum einen um zu genießen und zu fühlen, zum anderen um die Außenwelt abzuschotten, durch einen Filter zu spüren und nicht immer angesprochen zu werden.
Mir ist aufgefallen, dass sehr viele jüngere Menschen, die meinen Weg gekreuzt haben, ebenfalls Kopfhörer getragen haben und scheinbar in ihrer eigenen kleinen Welt waren. In diesem Moment habe ich beschlossen genau diese Menschen portraitieren zu wollen. Ich empfand es als interessant zu testen ob diese Menschen bereit sind mit mir reden und sich portraitieren lassen wollen, obwohl sie durch die Kopfhörer deutlich zeigen, dass sie Ruhe für sich möchten.  Außerdem war es mir wichtig die Ungezwungenheit des Moments, das Loslassen durch die Musik einzufangen.
Alles in allem bin ich positiv überrascht und zufrieden. Nahezu alle Probanden, die ich gebeten habe sich von mir portraitieren zu lassen, haben zugesagt. Ebenso habe ich das Gefühl, dass es fast Allen relativ leichtgefallen ist, locker zu bleiben, sich auf die Situationen einzulassen und nicht allzu steif zu sein.

 

Die Größe meiner ersten Prüfung beträgt 48 Seiten! Schon alles ganz schön anders als in Deutschland, aber es lohnt sich.
Die nächste und finale Aufgabe wird sich über das ganz restliche Semester ziehen.
Wir werden ein Fotobuch erstellen, welches sich auf Auckland und Neuseeland bezieht. Dabei sollen wir unseren Aufenthalt hier, das Erlebte, die Menschen und Gefühle wiederspiegeln. Ich habe schon ein paar Ideen und halte euch auf dem Laufenden.