Noch bevor wir in unsere Wohnung gezogen sind, haben die Orientation Days der AUT (unserer Uni in Neuseeland) begonnen.
Quasi „Ersti-Woche“. – Genauer genommen sogar meine erste.

super fresh Bowl

super fresh Bowl

In Dresden habe ich sie verpasst, weil ich arbeiten musste. In Düsseldorf habe ich sie verpasst,… weil ich arbeiten musste. Und Marias Ersti-Wochen die nie wirklich spektakulär oder sehr informativ waren.
Also sollte es nun endlich für uns Beide soweit sein.
Wir waren die Tage vorher schon mal bei der AUT, uns umgucken und beim Student-Hub (bei der HS Düsseldorf auch SSC – Studierenden Support Center genannt, oder auch mein ehemaliger Arbeitgeber 😉 ) ein paar Fragen stellen. Außerdem  musste ich noch zu meinem neuen Dekanat, ein paar Dinge wegen meiner Kurswahl besprechen. Highlight des Tages war lecker frisches und in einem der Restaurants am AUT City Campus, fast günstiges Essen.

Erschreckende Erkenntnis – die sprechen hier einfach schneller Englisch als wir es gewohnt sind, wie soll das nur in den Kursen werden?

Aber glücklicherweise konnte erstmal alles geklärt werden und wir nun voller Vorfreude und Aufregung in die O’Days starten. Im Vorfeld hat die AUT uns einen Link geschickt, dort konnten wir jeweils aus verschiedenen Kursen uns ein Tagesprogramm zusammenstellen.

Freitag, 17. Februar, 06:00 Uhr – der Wecker klingelt.

Weitere Erkenntnis – früh aufstehen macht auch in Neuseeland keinen Spaß.

Wir machen uns wir so schnell wie möglich fertig und rennen dem losfahrenden Bus entgegen – Wahnsinn! Der hält doch echt für uns und lässt uns einsteigen.
Jetzt müssen wir nur noch durch die morgendliche Rush Hour und schaffen es sogar nur 5 Minuten später als gedacht anzukommen. Die Aufregung steigt.

@autuni und oben in der Mitte WIR

Am Eingang erhalten wir ein Armband mit RFID-Chip und werden erstmal zur anderen wartenden Maße geleitet.

Anschließend wurde die, mit FREE FOOD, versorgte Masse an künftigen Studierenden in „Study abroad & Exchange Students“, „Business“ und „Chinese-Association“ aufgeteilt.
Wir sind darauf hin wie brave Schüler am ersten Schultag den Schülerlotzen Student Ambassadors hinterhergelaufen und in einen Vorlesungssaal geleitet worden.
Es gab eine Eröffnungsrede von verschiedenen Hochschulpersönlichkeiten und anschließend eine Māori Begrüßung.


Unser erstes Haka in Neuseeland, das war wirklich ergreifend. Also wirklich, das mag so zwar nicht so wirken aber uns kamen irgendwie die Tränen. Und auch die Leiterin vom International Student Hub hat herzzerreißend geweint, als sie sich bei den Darstellern bedankte. Es gab dann noch ein Vortrag von der Polizei und der Campus Security (WTF???), einer Dame von der Krankenstation (es gibt eine hochschulinterne kleine Klinik mit allen möglichen Versorgungen und Ärzten), 1. Day Kram halt.

Danach ging es zur Überprüfung unserer Daten für den Studierendenausweis. Hier hat sich die ganze Vorbereitung endlich mal ausgezahlt – denn wir waren die Ersten, die fertig waren.
In der Empfangshalle wurden in der Zwischenzeit verschiedene Stände und noch mehr FREE FOOD aufgebaut. Weil wir so überpünktlich waren, waren wir auch hier die Ersten und uns stieß sofort Carl ins Auge. Carl ist ein Leiter von AuSM (quasi AStA bzw. StuRa), groß, bärtig und tätowiert. (Carl taucht hier sicher noch öfter in einigen Beiträgen auf.)

Wir sollten dann Vorträge zur studentischen Versicherung besuchen – das haben wir gelassen. Blöder Fehler wie sich rausstellte.
Denn eigentlich haben wir unsere eigene studentische Auslandsreiseversicherung von der HanseMerkur. Es hat sich jedoch ergeben, dass die AUT die nicht akzeptiert und wir jetzt doch die studentische Versicherung von denen nehmen müssen. Das hätte man uns nicht im Vorfeld schon mitteilen können, nach dem wir alle Dokumente dreifach einreichen mussten?
Naja, … jedenfalls ergab sich dadurch leider wieder unerwünschter bürokratischer Aufwand. Wir lieben das doch.

 

Hörsaal

Aber durch unsere Nichtteilnahme haben wir Yau, Eric, Sade und David (alles Business-Studenten) kennengelernt.
Als die Business-Studenten Beschäftigungsrunde (die haben nämlich offenbar eine andere Versicherung und sind deshalb auch nicht bei dem Vortrag gewesen) vorbei war, gab es mal wieder einen super-total-spannenden-und-mehr-als-aufregenden-ich-hoffe-man-liest-den-Sarkasmus-raus-Vortrag übers Lernen, Studieren und arbeiten im Studentenleben.

Das wurde aber noch getoppt von einer einstündigen Verkaufsshow. Scheinbar werden öffentliche Einrichtungen in Neuseeland, ähnlich wie in Amerika, teils von Firmen gesponsert und so kamen wir in den Genuss eines Hostel&Backpacker-Verkaufsgesprächs. Tolle Reisen, super Preise, aber leider voll unsympathisch. Aber es hatte auch ein Gutes, wir wussten nun wo es in Auckland für wenig Geld viel Bier gibt! 😀

 

Völlig reizüberflutet ging es dann erstmal nach Hause. Angekommen, packten unsere Airbnb-Hosts gerade ihre Sachen und sind erstmal übers Wochenende abgehauen ohne ein Wort darüber zu verlieren. Das war irgendwie seltsam, aber eh, sturmfreie Bude und Retro Spiele.

Pac Man - Mini NES

Pac Man – Mini NES

Am Montag darauf sollte es weitergehen mit den O’Days. Wir sind also voller Eifer früh hingefahren und haben uns eine Campus-Tour, eine City-Tour, IT-Zeugs und diverse Kennenlernspiele reingezogen, aber hey, FREEEEEE FOOOOOD (irgendwie müssen wir die Studiengebühren ja wieder reinkriegen!). Wir waren irgendwie misstrauisch, denn auf einmal hieß es, dass alle Workshops verpflichtend sind, aber irgendwie waren wieder überall nur Business-Studenten. Gab es womöglich ein Kommunikationsproblem?

Leider ja, denn als wir Dienstag ankamen und mit unseren künftigen Fachbereichen (Maria – Māori Culture und ich Kommunikations- und Digital Design) zusammen noch einen Einführungskurs gemacht haben, stellte sich heraus, dass wir alles Andere schon gemacht haben. Diese überfleißigen Deutschen.
Apropos Deutsch, wir versuchten echt ohne Vorurteile zu sein, aber die nervigste und auffälligste Gruppe unter den ganzen Leuten waren eindeutig die Deutschen….

Zum Schluss noch ein paar wichtige Worte:
Wir versuchen die Zeit wirklich zu genießen und manchmal klingen die Beiträge gegebenenfalls etwas genervt – das ist einfach den Umständen geschuldet, dass dennoch alles ziemlich anstrengend war und ich/wir darüber nicht hinwegtäuschen wollen. Denn wer hat schon etwas davon, wenn wir auch kitschig rosa Brille machen? So sind wir nicht, ABER wenn etwas mega-super-genial-krass toll ist, dann werden wir euch natürlich auch teilhaben lassen.
(Habe ich schon das mega geile super leckere FREE FOOD erwähnt?)