No couples, couple doubles the prize, we just search for long-term stays, you have to bring a fridge,…

Glücklicherweise, konnten wir ja wie bereits geschrieben die ersten Tage bei Adam und Holly wohnen.
Dies hat uns etwas den Stress genommen, nicht sofort das erste Angebot annehmen zu müssen.
Aber Wohnungssuche in Auckland für ein Pärchen ist echt kein Spaß!

Zunächst habe ich bereits in Deutschland versucht über die Facebook-Gruppe der AUT (für Austausch- und Study-Abroad Studenten) und über die eigenen Wohnheime der AUT eine Wohnung, WG, Was-auch-immer-hauptsache-was-zum-Schlafen zu finden. Leider ziemlich erfolglos. Denn erst erhielt ich die Nachricht, die Anmeldungen für die Wohnheime sind noch nicht offen, dann kam gar keine Antwort und letztendlich erhielt ich die Nachricht, dass leider schon alle Plätze voll sind oder sie keine Pärchen in den Wohnheimzimmern wollen.
In der Facebook-Gruppe ging es ähnlich zu.

Aber zum Glück gab es noch weitere Gruppen bei Facebook z.B.: Flatmates Wanted – Auckland. Zeitgleich habe ich uns bei Trade.Me (sowas wie das neuseeländische eBay-Kleinanzeigen) und bei EasyRoommate angemeldet.

Sollte es auf einmal doch knapp mit der Zeit werden?

Leider war die Lage weiterhin schwierig, immer wieder Absagen oder keine Antworten.
Schade, also doch keine Freizeit im Paradies?
Aber nach knapp 4 Tagen, pünktlich zum Wochenende, kamen dann doch noch Rückmeldungen. Endlich!

1. Wohnung
Ein Bettenhaus, falls jemand nicht weiß was es ist – fühlt sich an wie eine Jugendherberge, man hat aber sein eigenes kleines Zimmer. Das Zimmer war so groß wie das darin stehende Doppelbett. Dann gab es noch ein halbes Zimmer dazu, das war aber auch zugestellt mit Sofa und Kühlschrank. Hinzukamen ca. 30 andere Mitbewohner und geteilte Duschräume.
In diesem Augenblick stellte ich fest, hm.. irgendwie ist man doch nicht mehr ganz so anspruchslos wie früher. Zudem war das Zimmer direkt an einer Hauptstraße und dann auch noch ziemlich teuer. War also eher nix für uns.

Auf der Heimfahrt habe ich Trottel noch die falsche Adresse im Handy gesucht, so das wir erstmal eine Stunde ans andere Ende von Auckland gefahren sind. Daraus ergab sich aber unsere erste Fahrt mit UBER (hier ein Invite-Link der uns eine Freifahrt spendiert 😉 ).Während der Fahrt haben wir erstmal wieder gestaunt wie riesig Auckland einfach ist. 30 Minuten später waren wir auch “schon” zu hause.

2. Wohnung
Paulette, Film- und Fernseh-Regisseurin, war so nett uns fast vor unserer Haustür abzuholen – sie musste eh einkaufen, brauchte neue Energie-Drinks.
Auf der kurzen Strecke zu ihr nach Hause hat sie sich, glaube ich, zweimal verfahren. Ist ja auch schwierig bei den ganzen Hügeln.

mega flauschiges Kitten

mega flauschiges Kitten

Es war ein kleines niedliches und vor allem erstaunlich altes Haus. Innen aber leider sehr dunkel und ähnlich chaotisch wie ihr Auto. Wir haben noch einen Kaffee getrunken, mit dem Kitten gespielt und uns dann aber ziemlich schnell entschlossen, das es 1. zu weit weg ist und 2. das einfach nicht passen wird. :/

3. Wohnung
Gleich danach sind wir nach Mount Eden gefahren. Einer von vielen kleineren Bergen mitten in Auckland. Dafür aber der wohl Bekannteste.

Mount Eden

Mt. Eden

Nach dem wir eine kleine aber schöne Einkaufsstraße entdeckt und koreanisches Hühnchen gegessen hatten, kamen wir bei Wohnung-Nummer drei an.
Ja, wir kamen erstmal nur an, denn wir standen vor einer großen dunklen Holztür und weit und breit keine Klingel.
Da fiel mir wieder ein was ich zu vor gelesen hatte – in Neuseeland gibt’s keine Klingeln und wenn doch, dann wohnt da mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Deutscher.
Zum Glück hatten wir uns aber gleich nach der Ankunft in Auckland neue Prepaid-Karten besorgt. Somit konnten wir schnell  Bescheid geben, dass wir jetzt vor einer ziemlich großen dunklen Tür stehen und keinen Schimmer haben wie wir reinkommen sollen.
So – jetzt habe ich mir ja vorgenommen keine Vorurteile zu haben – aber der erste Eindruck: Kacke, da hätt’ ich auch in Friedrichshain oder Kreuzberg in eine Hipster-WG ziehen können. Aber nun gut, erstmal Fresse halten und Wohnung angucken. Echt schönes helles und geräumiges Zimmer, mit Parkettboden und großen Fenstern (wie war das mit der Hipster-WG?). Leider unmöbliert, erst ab März frei und ziemlich teuer. Und irgendwie wollten uns die beiden Typen einfach nicht sympatischer werden. Also auch nix.

4. Wohnung – unser Glück
Eigentlich wollten wir nicht mitten in die Stadt ziehen, weil Lärm und so.
Aber nach den ersten drei Enttäuschungen, fingen wir an darüber nachzudenken, ob wir uns das Geld für’s tägliche Bahn- und Busfahren nicht sparen und lieber doch in die Stadt (für notfalls etwas mehr Geld) ziehen sollten.
Apartment-Gebäude, zwei Fahrstühle – Ui, 8. Stockwerke, und bestimmt 1000 Einwohner. Aussicht mega, Rest des Hauses auch OK.
So trafen wir Stella (über sie schreiben wir bestimmt noch einmal einen extra Beitrag). 40+, alles andere lässt sich nur schwer schätzen, Platinblond und ziemlich stylisch. Kommt eigentlich aus Nairobi, hat aber irgendwie überall ihre Wurzeln. So das wir erst dachten sie käme aus Spanien oder Portugal.
Zimmer möbliert, mit großem Bett und Wandschrank. Wohnküche, sauberes Bad… und wer ist das denn? Auf einmal erschien eine portugiesisch sprechende Frau. Stella meint, es sei eine Freundin ihres eigentlichen Mitbewohners. Aber da sie kein portugiesisch spricht, weiß sie es auch nicht so richtig, jedenfalls wohnt die Dame noch bis zum Ende der Woche hier. Gut, bis wir einziehen müssten wären noch 1 1/2 Wochen zeit, bis dahin ist sie also weg.
Bezahlbar ist die Wohnung auch und Stella ist uns gleich sympatisch. Boah – das wäre doch echt genial jetzt.
Nach der Besichtigung haben wir das erstmal sacken lassen, konnten aber nicht so richtig ruhig bleiben – also haben wir ihr gleich geschrieben, dass wir doch großes Interesse hätten.
Und – wir konnten es nicht glauben, schließlich kamen nach uns noch Interessenten und vor uns auch schon einige – wir hatten Abends eine Zusage!

Mittlerweile wohnen wir schon seit über einer Woche hier, ich komme aber leider erst jetzt dazu alles schreiben. Stella haben wir noch nicht oft gesehen, sie arbeitet viel und muss dafür auch viel reisen. Gerade ist sie eine Woche in Australien. Kommt uns alles sehr gelegen.
Nur an die ganzen Essensgerüche im Haus müssen wir uns noch gewöhnen. Hier scheinen Nachts ganze Großküchen zu kochen. 😀 Meistens riecht es dann auch noch gemein gut!

Blick aus dem Flur über die Stadt 2

Blick aus dem Flur über die Stadt 2

Anmerkung:
In Neuseeland zahlt man üblicherweise die Miete pro Woche, und man kann nicht ohne weiteres von einem Deutschen Konto auf ein Kiwi Konto überweisen. Also laufen wir jetzt jede Woche zur Kiwibank und zahlen unser Geld ein. Ich denke man gewöhnt sich dran. So kommt man auf jeden Fall auch schnell wieder aus der Wohnung raus. Ohne Kündigungsfrist ohne alles. Top.
Des Weiteren sind 1-3 Wochen Miete als Kaution üblich. Manchmal auch eine Vermittlungs- bzw. Einzugsgebühr.

 

Hier seht ihr noch ein paar Fotos von unserem Ausblick. Aufgenommen von Maria, direkt vor unserer Wohnungstür: