Heute soll es also wirklich endlich losgehen (eigentlich wollten wir bereits am 23. Januar los, aber da hat uns die Visa-Behörde einen Strich durch die Rechnung gemacht – zu den Strapazen vor der Reise ggf. später mehr).
Aber Heute, haben wir auch das Visum in der Tasche.
Es ist also alles vorbereitet. Flüge gebucht, Unterkunft für die ersten zwei Wochen sind bezahlt, Visum ist da, sogar die Sachen sind alle gepackt und Geld ist auch erstmal da.
(die ersten Gedanken nach dem Aufstehen am Flugtag)

„Auf Los, geht’s los!“

Aufbruchstimmung

Zeit für Abschied – Erfurt Hbf

08:30 Uhr Morgens, der Wecker klingelt nach nur vier Stunden Schlaf. Irgendwie will die Aufregung noch nicht so ganz ankommen, es ist einfach noch total surreal. Den Schlaf rauben konnte sie uns trotzdem. Verdammt.

Käffchen 1, Käffchen 2  – oh, schon 10 Uhr und wir brauchen noch eine Laptop-Tasche, Batterien und jegliche Menge Kleinkram, den wir bisher einfach nicht geschafft haben einzukaufen.
Also noch einmal schnell bei thüringischen -6°C in die Innenstadt, das letzte Mal frieren für hoffentlich lange Zeit.

Zum Glück gab es alles was wir brauchten, sodass wir sogar noch Zeit für ein letztes gemeinsames Mittagessen hatten und dann, oh langsam kommt sie ja doch – die Aufregung, geht’s los.

Mit einem viel zu voll gestopften kleinen Kia fahren wir also nun zu fünft. Marias Eltern waren so nett uns noch ein Stück zu begleiten, nach Erfurt zum Bahnhof. Leider weiß ich nicht allzu viel von der Fahrt, der Schlafmangel schlug zu. Auf jeden Fall war ich gefühlt noch nie so schnell in Erfurt.

14:30 Uhr, wir sitzen nun rückwärts im ICE – der Mann am Schalter hatte das Gegenteil versprochen. Viel Zeit für die Verabschiedung war dann irgendwie doch nicht. Manchmal scheint die Zeit echt zu rennen, ob das beim Flug auch so sein wird?

Zwei Stunden später sind wir auch schon in Frankfurt am Main.

Frankfurt

Frankfurt am Main

Vor lauter Müdigkeit und Verwunderung über die anderen Bahnfahrer kamen wir leider gar nicht dazu weitere Fotos während der Fahrt zu machen, aber zwischen Kassel und Frankfurt gibt es echt schöne Landschaften.

„Wie kommen wir denn jetzt nun vom Bahnhof zum Flughafen und wieso ist hier alles so riesig?“

viele Sachen auf Wagen

Endlich macht viel Gepäck auch mal Spaß

Flugtickets

Say hello to a better travel experience

OK, es gibt also Shuttle-Busse und gratis sind sie auch noch. Funktioniert jetzt etwa doch endlich alles problemlos?
Wir haben sogar noch einen Paketwagen geschenkt bekommen – yay 1€ gespart.

Jetzt müssen wir nur noch gefühlt einen Kilometer mit unserem neuen Gefährten über den Flughafen rasen und den Emirates Schalter finden. Irgendwo muss er ja sein.

Schließlich haben wir ihn doch noch gefunden, jetzt noch Daumen drücken, dass mit dem Visum und den anderen Papieren alles klappt, denn der Mann am Schalter guckt ziemlich misstrauisch.
Fünf Minuten später lächelt er plötzlich, gibt uns unsere Tickets und nimmt das Gepäck auf.
58,7 kg – puh, 60 kg Freigepäck haben wir. Zum Glück haben wir alles fünfmal gewogen und immer wieder Dinge aus- und neugepackt.

Die letzten zwei Stunden vorm Flug haben wir anschließend oben im Foodcourt verbracht, ein riesen McDonald’s mit einem noch riesigeren Weltraum-Spielplatz. Das ist echt sehenswert. Statt das für dich zu fotografieren, haben wir uns noch einmal bei Freunden und Familie telefonisch verabschiedet.

 

„Aber jetzt geht es wirklich los!“

Nun ist der Zeitpunkt also tatsächlich gekommen, wir steigen in dieses unnatürlich große Flugzeug. Aber die Hummel schafft es ja auch zu fliegen, dann muss es ein Flugzeug mit fast 1000 Passagieren ja auch schaffen.

Zunächst fliegen wir von Frankfurt am Main ca. sechs Stunden nach Dubai.
Wir sind ein wenig enttäuscht, denn neben uns sitzt einer – sieht eigentlich ganz sympatisch aus – dem leider selbst ein kleines „Hi“ zu viel war.
So lange auf so wenig Platz zusammen und dennoch kann man sich so fremd sein, merkwürdig.

Das multimediale Angebot will uns noch nicht so ganz überzeugen, entweder sind wir zu müde oder zu aufgeregt. Aber die Auswahl wäre prinzipiell einfach riesig.
Mal sehen, erstmal warten wir auf das Essen.

erstes

erstes Abendbrot

 

TIPP: Bestell’ dir das vegetarische Essen, wir haben locker jedes Mal 20 – 30 Minuten vor allen anderen unser Essen bekommen.

Und ich hätte es nie erwartet, aber das war echt lecker und wir waren richtig satt.
Nur erstaunlich, dass wir immer noch vier Stunden bis Dubai brauchen. Was macht man mit soviel Zeit?

Schlafen will uns nicht so richtig gelingen. Also gucken wir Bad Moms.  Ich gleich auf Englisch, man muss sich ja seelisch drauf vorbereiten das Englisch demnächst unsere Alltagssprache wird – da ist es wieder, dieses Gefühl, alles irgendwie surreal.
Der Film ist auf jeden Fall recht kurzweilige Kost und wir haben ja eh nichts besseres zu tun. Es werden noch Ghost Busters, Planet Earth II (MEGA GUT!) und Wild New Zealand folgen. Ob wir noch mehr gesehen haben weiß ich nicht mehr, ich habe irgendwann den Überblick verloren.

 

Aussicht mit Fenster

Während es langsam anfängt zu dämmern, nähern wir uns Dubai. Ein Witz, erst 5000 km geschafft. Aber endlich können wir beim Fliegen auch mal was sehen.Dubai bei Nacht
In Dubai angekommen, müssen erneut all unsere Sachen durch einen Scanner, inklusive uns. Hm, da steht zwar der Scanner wäre weniger schädlich als ein normales Röntgen beim Arzt, aber das ist jetzt auch schon das zweite Mal und dann fliegen wir ja auch. Gesund sein kann das alles nicht – lohnen wird es sich aber alle Mal.Welcome to Dubai!

OK, ich dachte ja Frankfurt ist groß… Aber Dubai, meine Fresse, hier stehen die A380 in einer Schlange, wie die Taxis am Hauptbahnhof. Gewaltig.
Aber auch die Gewissheit, dass wir erneut vier Stunden rumsitzen und warten.

Im Vorfeld hatten wir einen Tipp bekommen, man könne als Emirates Kunde bei langen Umsteigezeiten in eine der Lounges einchecken.
War leider nix. Wir haben uns, glaube ich ,ein bisschen blamiert als wir die Dame am Schalter versucht haben zu überzeugen.

Amächtig lecker – mächtig teuerm Anschluss-Gate angekommen haben wir noch einen ziemlich leckeren Burgerladen entdeckt, leider war der auch ziemlich teuer. Dubai und dann auch noch Flughafen? Kein Wunder. Aber Lemon-Melon Brause und einen Erdnussshake kann man doch nicht einfach ignorieren!?

Wir nehmen uns ein Beispiel an den anderen Wartenden und legen uns vorm Gate auf den Boden – Hallo Müdigkeit.Dubai
So langsam bekommen wir allmählich ein Gefühl dafür wie es in Auckland sein wird, totaler Culture-Clash.
Aber interessant.

Der Aufruf zum Boarding, endlich! Und was ist das denn?! Schon wieder eine Kontrolle, man die meinen es echt ernst oder?
Und ja wir haben schon wieder eine Wasserflasche vergessen auszutrinken.

Aber nach weiteren 30 Minuten Warten bis die First- und Business-Class Passagiere ihre Sitzplätze in diesem Gigant von Flugzeug gefunden haben, dürfen auch wir in unsere 20h-Heimat.unser neues 20 Stunden Zuhause

Diesmal gibt es im Flugzeug neben einer flauschigen Decke auch noch einen kleinen Kulturbeutel.
Mit Zahnbürste und Zahnpasta, Earplugs und allem Pipapo. Sehr nett.
Neben uns sitzt eine Frau aus Polen, leider findet auch mit unserer neuen Nachbarin keinerlei Konversation statt.

Das Essen während des Flugs ist weiterhin fantastisch und wir profitieren wirklich davon, das vegetarische Menü gewählt zu haben. Diesmal gab es zum Abendbrot nämlich Lamm, sind wir beide nicht so die Fans von.

Damit uns nicht die Decke auf den Kopf fällt unternehmen wir mehrere kleine Spaziergänge durchs Flugzeug, man könnte glatt drin joggen, so groß ist es.

Zwischendrin schlafen wir immer wieder ein oder beobachten auf dem kleinen Monitor wie weit wir schon von Deutschland weg sind. Das Flugzeug scheint sich im kontinuierlichen Schneckentempo über die Erde zu bewegen. Wenn ich doch nur den Sitz mal richtig umklappen könnte oder mir nur ein klein bisschen mehr Platz erkämpfen könnte. Naja man kann halt nicht alles haben. Also weiter Schlafen, Filme gucken, Wasser und Saft trinken, Essen und spazieren gehen.

Aussicht

 

Welcome to Australia!

Wahnsinn, nach 16 Stunden mal auf richtigem Boden laufen tut wirklich gut! Nur immer wieder diese Kontrollen, man fühlt sich fast wie ein Schwerverbrecher und nein, wir haben nicht vor heimlich einen Apfel zu importieren um damit Flora und Fauna zu vernichten.

In Brisbane müssen wir nur kurz aus der Maschine, nachtanken oder so. Dann wieder warten bis alle höheren Klassen eingestiegen sind und jetzt fehlt nur noch ein kleines Stückchen bis wir am Ziel sind. Wie lange sind wir eigentlich schon unterwegs?

Brisbane

 

Es war tatsächlich nur noch einmal kleiner Katzensprung, ca. 2000 km. Und jetzt müssen wir nur doch durch diese Wolkendecke und dann sind wir auch schon da. 

Neuseeland!!!
12 Monate Planung, unzählige Anträge, Amtsgänge und Telefonate liegen hinter uns, doch wir haben es tatsächlich geschafft und sind da. Unglaublich.

Ankunft AucklandAnkunft Auckland 2Wir wissen gar nicht wo wir hingucken sollen. Zum einen, Abschied sagen zu unserem kurzzeitigen Zuhause und dann gleich begrüßt werden von Māori Schnitzerein.  Wir fühlen uns auf jeden Fall sofort willkommen.

Bei der Einlassprüfung suchen wir uns den nettesten Beamten raus. Wir verstehen zwar nur die Hälfte, weil er so wahnsinnig schnell redet, aber er ist ein echt netter Kerl.
Und dann ist es soweit, die letzte Kontrolle (diesmal sogar mit Spürhunden) und dann dürfen wir endlich neuseeländischen Boden betreten.

Kein Apfel im Gepäck vergessen, so ein Glück, dass hätte schnell mal mächtig ins Geld gehen können.
Im schlimmsten Fall geht man sogar in den Knast, also zimperlich sind die nicht.

 

Neuseeland wäre sicherlich nicht Neuseeland, wenn man nicht sofort von einer riesigen Herr der Ringe Statue begrüßt werden würde. Wie cool das alles ist.
Nach weiteren 10 Minuten am Flughafen haben wir bereits beide eine neuseeländische Handynummer, mit Flat und Spotify und und und und das für nicht mal 20€. (Deutschland – so geht Service!)

Ankunft 3

 

Mit einem weiteren Shuttle-Bus fahren wir nun gemütlich durch die Rush-Hour. Damit hatten wir nicht gerechnet, 1,5 Millionen Einwohner und so viel Stau. Aber wir sind immer noch überglücklich und beobachten alles mit Adleraugen. Eine gefühlte Ewigkeit vergeht, aber wir sind endlich total entspannt. Jetzt müssen wir nur noch unsere Airbnb Unterkunft finden.

Was sich augenscheinlich schwieriger gestaltet als erwartet, denn wir sind bestimmt eine halbe Stunde durch die Straßen geirrt. Haben es aber doch noch gefunden.

Es sind mittlerweile sage und schreibe 48 Stunden vergangen, wir werden jetzt noch den nächst gelegenen Supermarkt unsicher machen und wahrscheinlich nur noch ins Bett fallen.

Kia Ora Aotearoa - Hello New Zealand

Kia Ora Aotearoa – Hello New Zealand